Planarien-Bekämpfung mit Panacur

  • Hallo zusammen,
    heute möchte ich kurz über meinen Kampf gegen Planarien berichten und meine Erfahrungen mit Panacur (flüssig) mitteilen:
    Vor mehreren Wochen mußte ich mit gelindem Entsetzen feststellen, daß sich leider auch in meinem Becken mittlerweile Planarien heimisch fühlen, erst fielen sie kaum auf, dann wurden es mehr - und als ich schließlich eines Nachmittags beim Heimkommen eine ganze geballte Ladung sich am Bodengrund unmittelbar an der Scheibe tummeln sah, schrillten alle Alarmglocken. Abgesehen davon, daß sie mittlerweile zu einem ästhetischen Problem geworden waren, fielen mir mehr und mehr leergeräumte Posthornschnecken-Häuschen auf, am Ende hatte ich keine einzige PHS mehr (...nun gut, das mag manch Schneckengeplagtem als nicht die schlechteste Variante erscheinen... ;) ), da aber ich gehört hatte, daß Planarien auch an Garnelennachwuchs gehen, beschloß ich, jetzt was zu tun. (Meinen Turmdeckelschnecken taten sie, warum ist mir unklar, komischerweise nichts.) Woher ich mir meine Planarien eingeschleppt habe, ist mir ein Rätsel, ich vermute beim Kauf meiner Wasserpflanzen wird wohl das eine oder andere Untier mit dabei gewesen sein...
    Wie meist bei Internetrecherchen halten sich auch über den Einsatz von Panacur positive und negative Erfahrungsberichte die Waage, die einen loben die chemische Keule, andere verdammen sie und berichten von haarsträubendenden Verheerungen auch unter den anderen Aquariumbewohnern, insbesondere bei Schnecken, von degenerierten Garnelen etc. etc.
    Nach einiger Überlegung habe ich mich dann durchgerungen, es mit Panacur (und zwar der flüssigen Variante, genannt "Suspension") zu versuchen, um meinem Planarienproblem Herr zu werden. Ich habe mich für Panacur und nicht für das hier an anderer Stelle schon genannte Flubenol entschieden, da letzteres wohl doch dazu neigt, auch insbesondere Schnecken zu schädigen, was ich vermeiden wollte. Gesagt, getan... ab zum Tierarzt (Wurmbekämpfungsmittel wie die genannten sind verschreibungspflichtig!), diesem die Situation erklärt (dabei erfahren, ich sei in den letzten Tagen schon der x-te mit diesem Anliegen...), mir von ihm die Anwendung nochmals erklären lassen und eine Spritze mit knapp 1 ml Panacur (ausreichend für 3 Anwendungen à 0,3 ml in meinem 30l-Becken) mitbekommen. Kosten (inklusive ausführlichem Beratungsgespräch beim Doktor) um die 8 EUR. Zwei Tage später daheim mit der "Operation Planarie" begonnen, d. h. für die Erstbehandlung 0,3 ml Panacur in einem Glas mit Wasser aufgelöst (es löst sich entgegen anderslautenden Horrormeldungen wunderbar!) und ins Aquarium gegeben. Anfangs ganz leicht milchige Trübung, aber wirklich kaum wahrnehmbar. Danach Abwarten und gespanntes Beobachten... Kurz zusammengefaßt: Keinerlei Ausfälle bei meinen Garnelen und TDS, nicht am Tag danach, nicht Tage später und auch heute (fast 2 Wochen später) nicht. Im Gegenteil - allseits munteres Umherwuseln, auch die TDS sind aktiv und wühlen sich durch die Botanik. Die Planarien sind offenbar verschwunden, das geschah langsam aber stetig (so weit ich weiß, läßt Panacur die Planarien sozusagen beim Fressen verhungern, da es wohl deren Darmtätigkeit ausschaltet), in den ersten Tagen sah ich noch die eine oder andere umherkriechen, jetzt ist aber keine einzige mehr zu sehen. Somit hoffe ich das Beste... 8) Nach den regelmäßigen Teilwasserwechseln erfolgt demnächst nach Ablauf von 2 Wochen die zweite Behandlung, um eventuelle neugeschlüpfte bzw. noch nicht abgetötete Planarien endgültig auszuschalten.
    Fazit des geneigten Probanden: Panacur flüssig tut seine Wirkung, es löst sich wunderbar im Wasser (das mag bei der in Tablettenform darzureichenden festen Variante durchaus anders sein), bei Dosierung nach Anleitung des Tierarztes habe ich persönlich k e i n e Ausfälle an Garnelen und TDS zu beklagen, sogar die Hüpferlinge sind noch bzw. wiedermal da... Dosierung mittels Spritze und mit etwas Feingefühl völlig unproblematisch. Einfacher geht's kaum, die Kosten halten sich im erträglichen Rahmen, das Ergebnis (keine Planarien mehr!) spricht für sich, und das ohne nervige Absammelmanöver mittels Planarienfallen, Experimenten mit Knoblauch oder Einsatz von angeblich planarienvertilgenden Fischen (die sich dann doch als purer Wunschtraum entpuppen) oder was man sonst so alles an Abenteuerlichem im Internet liest. Ich kann's also nur empfehlen, und hätte ich gewußt, daß es so gut und ohne all die beschriebenen Horrorszenarien funktioniert, hätte ich's schon viel eher ausprobiert und mir manche genervte Stunde erspart...
    Gruß,
    Sven